Wie Atemarbeit mein Leben verändert hat
- Tabea Trefz
- 13. Nov.
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Nov.

Meine Reise zu mir selbst mit Breathwork
Wenn ich heute auf meinen Weg zurückblicke, kann ich kaum glauben, wie sehr sich mein Leben durch die Atemarbeit verändert hat. Vor über zwanzig Jahren, im Jahr 2004, war ich an einem Punkt angekommen, an dem ich kaum noch Kraft hatte. Ich hatte viel zu viel gearbeitet, mich völlig verausgabt – innerlich leer, ausgebrannt, und auch in meiner damaligen Beziehung unglücklich. Alles fühlte sich schwer an, und ich wusste, so konnte es nicht weitergehen.
In dieser Zeit war es meine Mutter, selbst Yogalehrerin, die mir die rettende Hand reichte. Sie nahm mich mit zu einer einwöchigen Auszeit nach Málaga, in die wunderschöne Casa el Morisco. Es war eine Woche voller Yoga, Achtsamkeit und Begegnung – und dort bin ich zum ersten Mal mit Breathwork in Berührung gekommen, genauer gesagt mit dem Holotropen Atmen.
Ich erinnere mich noch genau an meine erste Atem-Session. Sie war überwältigend. Ich fühlte mich plötzlich ganz – verbunden mit mir selbst, mit dem Leben, mit den Menschen, die mir nahe standen. Etwas in mir öffnete sich, und ich spürte, dass ich angebunden war an etwas Höheres. Diese Erfahrung war so tief, dass ich wusste: Das ist lebensverändernd.
Aus dieser einen Woche entstand später eine feste Gruppe von Menschen, die sich über mehrere Jahre hinweg regelmäßig traf. Einmal im Quartal kamen wir zusammen, um gemeinsam Atem- und Achtsamkeitswochenenden zu gestalten. Diese Treffen waren für mich wie Ankerpunkte – Momente des Loslassens, Heilens und Wachsens. Über die Jahre durfte ich durch die Atemarbeit so vieles transformieren: alte Verletzungen, seelische Narben, ungelöste Konflikte. Der Atem wurde zu meinem Wegbegleiter, meinem Werkzeug und meiner Medizin.
Über all die Jahre bin ich diesen Weg weitergegangen. Neben unseren regelmäßigen Atem- und Achtsamkeitswochenenden habe ich in den vergangenen zwanzig Jahren fast jährlich Intensivwochen besucht, in denen wir täglich Atemsessions praktizierten. Diese Zeiten waren für mich wie ein tiefes Eintauchen in meine eigene Seele. Mit jeder weiteren Atemsession konnte ich in immer feinere, manchmal auch sehr verborgene Schichten meines inneren Erlebens vordringen – in die Ebenen von Körper, Geist und Seele, in denen sich über viele Jahre hinweg Blockaden, Spannungen und alte Muster festgesetzt hatten.
Gerade diese Intensivwochen waren geprägt von einem immer wiederkehrenden Rhythmus: einem Hinabsteigen in die Tiefe meiner inneren Welt, dem mutigen Durchschreiten von emotionalen Landschaften, und einem Emporsteigen in neue Klarheit, Weite und Freiheit. In dieser wiederholten Bewegung durfte ich mich Schritt für Schritt von viel Ballast befreien – manchmal sanft, manchmal kraftvoll, aber immer heilsam.
Mit der Zeit hat sich meine Atemreise verändert. Während ich früher in den Sessions oft durch tiefe Täler ging und große Brocken sich lösten, sind die Erfahrungen heute leichter, weiter und zugleich intensiver. Die Atemsessions fühlen sich an wie ein Wiederankommen in mir selbst, wie ein Heimkehren in etwas Größeres. Ich kann mich immer wieder mit einer unendlichen Liebe verbinden – einer Liebe, die mich trägt, füllt und mich daran erinnert, wer bzw. was ich im Kern wirklich bin.
Ein tiefer Wunsch war bereits nach meiner allerersten Breathwork-Erfahrung in mir geboren: Dass alle Menschen erfahren dürfen, welch unglaubliche Kraft in ihrem eigenen Atem liegt. Ich konnte nicht verstehen, wie ich über 25 Jahre alt werden konnte, ohne dass mir jemand gezeigt hatte, dass der Atem ein Tor zur Selbstheilung, zur Ganzheit und zur Verbundenheit ist.
Die Ausbildung zur Breathwork Facilitatorin 2021 war für mich nach all den Jahren eigener Prozessarbeit vor allem eine fachliche Vertiefung und eine Möglichkeit, nun mein Wissen weiterzugeben. Das, was mich innerlich transformiert hat, waren vor allem die vielen Jahre eigener Atempraxis, die tiefen Erfahrungen in den Sessions und die jahrelange innere Arbeit, die in jeder Atemreise mitschwingt.
Heute, viele Jahre später, ist mein Wunsch Wirklichkeit geworden. Ich darf das, was mich damals so tief berührt hat, weitergeben – in meinen Atemsessions, Retreats und Kursen. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Dankbar meiner Mutter, die mich damals „mitgeschleppt“ hat, obwohl ich zunächst gar keine Ahnung hatte, was mich erwartet. Dankbar meinem Meister Karl, von dem ich so viel über Atemarbeit, Achtsamkeit und innere Transformation lernen durfte. Und dankbar dem Leben – dass es mich auf diesen Weg geführt hat.
Der Atem hat mein Leben verändert.
Und vielleicht darf er auch deins verändern. 🌬️ ✨



Kommentare